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1. Sprache

Der genaue Ursprung der japanischen Sprache ist nicht ganz sicher. Japanisch wird der altaischen Sprachfamilie (z.B. Türkisch, Mongolisch) zugeordnet, zeigt aber auch Ähnlichkeiten zu Sprachen im Australisch-Polynesischen Raum. Es gibt große Unterschiede zum Chinesischen, die eine komplett andere Sprache ist. Aussprache und Grammatik sind völlig verschieden.

Die Betonung der japanischen Sprache ist einfach im Vergleich zum Englischen oder Chinesischen. Im Japanischen gibt es lange und kurze Vokale. Akzente existieren in einem weit geringeren Ausmaß als in der chinesischen Sprache. Es existieren allerdings viele Worte mit verschiedenen Bedeutungen, die gleich ausgesprochen werden.

Die Art zu Sprechen hängt stark von der Person ab, zu der man spricht. Unterschiedliche Worte werden verwendet, wenn z.B. der Gegenüber eine ältere Person oder ein Vorgesetzter in der Firma ist oder aber ein enger Freund oder ein Kind. Unterschiedliche Worte werden auch verwendet, wenn man über dritte Personen oder sich selbst oder seine Familie spricht. (z.B. es existieren sehr viele Worte, um "Du" auszudrücken.)

Es gibt auch einen Geschlechterunterschied bei der Nutzung der Sprache. Frauen verwenden einen anderen Wortschatz als Männer. Gewisse Worte werden praktisch nur von einem Geschlecht benutzt. Kinder sprechen ebenfalls anders.

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2. Aussprache

Die japanische Sprache bereitet, zumindest was die Aussprache anlangt, keine Schwierigkeiten. Fast alle japanischen Laute existieren auch im Deutschen und die wenigen, neuen Laute kann man schnell lernen:

Im Japanischen gibt es weder ein "r" noch ein "l". Es gibt dafür einen Laut, der zwischen den beiden liegt. In der internationalen Transkription wird er mit "r" angegeben.

Doppelte Konsonanten wie "tt" oder "kk" werden nicht wie "Matte" oder "Mokka" ausgesprochen, sondern getrennt. Man spricht also ein "t" aus hält kurz inne und lässt dann das zweite folgen: "shitte", "ikka", "rokka" - "shit'te", "ik'ka", "rok'ka".

Wenn in der internationalen Transkription ein "s" angezeigt wird, so wird dies stets scharf ausgesprochen, "Samurai" wird also "ßamurai" ausgesprochen.

Ganz im Gegensatz dazu wird ein "z" in der internationalen Transkription als weiches "s" ausgesprochen, wie in "einsam". Das Wort "Zen" wird also "Sen" ausgesprochen.

In der internationalen Transkription wird ein "j" immer wie "dsch" (in Dschungel) ausgesprochen. "jutsu" wird also "dschütsu" ausgesprochen.

Bei einem "u" in der internationalen Transkription wird ein Laut zwischen "ö" und "ü" verwendet, oder es wird im häufigsten Fall gar nicht gesprochen: "arimasu ka" wird also "arimaß' ka" ausgesprochen.

Einige Vokale werden lang ausgesprochen, in der internationalen Transkription wird dafür ein Querstrich oder ein Zirkumflex über dem Vokal geschrieben. "Rônin" wird also "Roonin" ausgesprochen. Es ist sehr wichtig, dass die Vokale lang ausgesprochen werden, weil sonst unverständliche Worte entstehen.

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3. Schrift

Etwa im 8. / 9. Jahrhundert entwickelten die Japaner ein eigenes Schriftsystem, das auf Silben basiert: Hiragana und Katakana (zusammen: Kana). Hiragana ist das rundere und Katakana das eckigere der beiden Kanasysteme.

Hiragana und Katakana bestehen aus je 46 Zeichen, die ursprünglich einmal Kanji waren, über die Jahrhunderte aber stark simplifiziert wurden. Wenn man einen japanischen Text anschaut, kann man klar zwei verschiedene Schriftarten erkennen: die komplizierten Kanji und die simpleren Kanazeichen.

Fünf der 46 Zeichen sind Vokale (a i u e o), während der Rest Silben sind, die aus einem Konsonant und einem der fünf Vokale zusammengesetzt sind (ka ki ku ke ko ra ri ru ...). Eine Ausnahme ist das n.

Japanische Texte können auf zwei Weisen geschrieben werden: so, wie lateinische Buchstaben geschrieben werden, d.h. horizontal von oben nach unten, oder aber vertikal von rechts nach links. In der letzteren, traditionellen Weise ist nach wie vor die Mehrheit der Bücher geschrieben.

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3.1. Hiragana   

Die Silbenschrift Hiragana wurde vom buddhistischen Mönch Kûkai (774-835) entwickelt. Er leitete sein Schriftsystem von den chinesischen Schriftzeichen ab. Vor allem Frauen verwendeten dieses System, da sie vom Lernen der chinesischen Zeichen ausgeschlossen waren.

Obwohl man die ganze Sprache theoretisch in Hiragana schreiben könnte, werden Hiragana normalerweise nur für grammatikalische Endungen von Verben und Adjektiven, sowohl für Partikel, und andere Wörter, für die es kein entsprechendes Kanji gibt, benutzt.

Japanische Kinder lernen zuerst Hiragana, daher sind viele Kinderbücher nur in diesem Schriftsystem geschrieben.

Mit freundlicher Genehmigung des Mosaik-Verlages Berlin

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3.2. Katakana

Im 8. Jahrhundert entwickelte Kibi no Makibi (693-755) durch eine Vereinfachung der chinesischen Silbenschrift das Silbenalphabet Katakana. Das System wurde vor allem von Mönchen und Priestern benutzt, um ihre buddhistischen Schriften zu lesen, schreiben und zu studieren.

Die Japaner haben aber auch viele Wörter aus dem Englischen, Portugiesischen und Flämischen, aus anderen asiatischen Sprachen, dem Deutschen, Französischen und Italienischen adaptiert. Die meisten dieser so genannten Lehnwörter werden in Katakana geschrieben.

Die japanische Aussprache (und manchmal sogar Bedeutung) dieser Lehnwörter kann sich zum Teil aber ziemlich stark von der originalen unterscheiden: z.B. curtain=kaaten, elevator=elebeetaa, girl=gaaru.

Zusätzlich werden viele moderne Lehnwörter abgekürzt, was vor allem Englisch lernenden Japanern Probleme bereiten kann; z.B. suupaa=supermarket, kilo=kilometer and kilogramm, depaato=department store, waapuro=word processor.

Die Japaner kreieren auch japanisierte, englische Wörter. Das berühmteste Beispiel ist der salaryman, das japanische Wort für einen typischen japanischen Firmenarbeiter. Das englische Wort 'salaryman' existierte bisher nicht.

Mit freundlicher Genehmigung des Mosaik-Verlages Berlin

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3.3 Kanji

Kanji sind chinesische Schriftzeichen, die im 5. Jahrhundert aus China über Korea nach Japan importiert wurden. Die Japaner kannten zu dieser Zeit noch keine Schrift. Mit dem Import der Zeichen wurde gleichzeitig die chinesische Aussprache der Zeichen übernommen und die Kanji wurden auch mit den existierenden japanischen Worten assoziiert. Dies hat bis in die Gegenwart zur Folge, dass im Japanischen im Gegensatz zum Chinesischen für die meisten Kanji mindestens zwei Aussprachen (eine für das japanische Wort und eine Leseart, die den chinesischen Laut imitiert) existieren.

In der japanische Sprache werden Kanji für Verben, Adjektive und Substantive benutzt

Es existieren in etwa 50.000 Zeichen. Die japanische Regierung hat sich in der Vergangenheit dazu entschlossen, das Schriftsystem zu vereinfachen. 1946 wurden daher 1850 Kanji für den täglichen Gebrauch empfohlen, 1981 wurde auf 1945 Zeichen erhöht. Diese Zeichen müssen in den ersten neun Schuljahren von allen Schülern gelernt werden und reichen in der Regel auch aus, um z.B. eine Tageszeitung zu lesen.

Die chinesischen Zeichen werden jedoch nicht allen Eigenheiten der japanischen Sprache gerecht. Deshalb mischen die Japaner Kanji, Hiragana und Katakana.
Rein theoretisch ist es möglich alle Wörter in Silbenschrift zu schreiben, jedoch gibt es viele Wörter mit gleichem Klanglaut, so dass erst ein Kanji eine eindeutige Aussage macht.

Schreibregeln

Genau wie bei den Katakana und Hiragana gibt es auch für die Kanji eine genaue Schreibreihenfolge, die strikt eingehalten werden muss.
Jedoch gibt es einige Grundsätze, die man immer einhalten muss.

  • zwei Strichfolgen:
  • Von oben nach unten
  • Von links nach rechts
  • vier weitere wichtige Grundsätze:
  • Kreuzen sich waagerechte und senkrechte Striche, schreibt man zuerst die waagerechten Striche. Dabei muss die o. g. Strichfolge eingehalten werden.
  • Wenn ein Kanji sich symmetrisch um ein Zentralelement anordnet, dann wird zuerst das Element in der Mitte geschrieben.
  • Ein Viereck schreibt man mit drei Strichen. Zuerst den linken, dann in einem Zug den oberen und rechten und schließlich den unteren.
  • Wenn man Striche schreibt, die von einem Viereck eingeschlossen werden, so schreibt man die untere Linie des Vierecks immer zuletzt.

Schlüssel

Es ist nötig Kanji durch so genannte Schlüssel in Klassen einzuteilen, z.B. bei Wörterbüchern oder Listen etc. Ein Schlüssel ist ein Element, das für eine Reihe von Kanji dasselbe ist. Alle Zeichen besitzen einen gleichen Teil, hier in diesem Beispiel das unabhängige Kanji "Wort" oder "sagen". Alle Kanji, die dieses Zeichen besitzen werden im näheren oder weiteren Rahmen damit zu tun haben.

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