Bericht von meiner Japanreise 2002

Vom 26.03. bis 12.04.2002, also kurz nach meinem 15. Geburtstag, war ich bei einer befreundeten deutsch-japanischen Familie in Hiroshima zu Gast. Sie nahmen mich gerne für zwei "Schnupper"-Wochen bei sich auf, um mir die Entscheidung zu erleichtern, ob ich wirklich für ein Austauschjahr nach Japan möchte.

Der Flug ging zunächst von Berlin nach Amsterdam, dort stieg ich in den Airbus nach Osaka um. Ziemlich aufregend, so ganz alleine. Als ich nach 11 Stunden und 15 Minuten pünktlich in Osaka landete, wurde ich von Katrin und ihrem jüngsten Sohn Kai herzlich empfangen. Im Shinkansen gab es auf dem Weg nach Hiroshima gleich mein erstes Obento (abgepacktes Essen mit mundgerecht abgetrennten Fisch und Reis), das ich trotz des wackelnden Zuges nach einiger Zeit mit den Stäbchen sicher  im Mund versenkte.

Zu Hause angekommen, wurde mir von Kai sofort die nähere Umgebung des Hauses gezeigt und auf japanisch erklärt, doch von einigen Wörtern sind mir erst Monate später im Japanischunterricht die Deutschen Übersetzungen klar geworden, weil ich zu diesem Zeitpunkt erst ein halbes Jahr japanisch gelernt habe. Jedenfalls zeigte er mir den Bambus, einen kleinen Fluss und den Dorfschrein.

Abends kochte Katrin japanisches Essen mit Reis, Suppe und Tee, nachdem die beiden anderen Söhne Thomas und Peter aus der Schule und Takahiro, Katrins Mann, von der Arbeit nach Hause kamen.

Ich schlief erschöpft auf einem Futon ein, als auf einmal der Boden unter mir schwankte. Ich träumte jedoch gleichzeitig, dass ich im Flugzeug sitze und lande. Katrin kam danach ins Zimmer und erklärte mir, dass das ein ganz leichtes Erdbeben gewesen sei. In einer anderen Nacht gab es dann noch ein leichtes Beben und so erfuhr ich, dass überall im Haus die Schränke angenagelt seien, nur in meinem nicht?

Zum Frühstück gab es entweder selbstgebackenes Brot oder Reis mit rohem Ei. Ich entschied mich in diesen Fällen lieber für das Brot, weil ich Eier nach wenigen Tagen nicht mehr sehen konnte.

Am ersten Wochenende bin ich mit der ganzen Familie zu Takahiros Eltern gefahren. Sein Vater ist Künstler und zeigte mir seine Werke und Kleidersammlungen mit Erklärungen auf Englisch, die ich nach einiger Zeit auch verstand. Wir fuhren am nächsten Tag zum
Schrein in Izumo in Shimane.
Dort kann man Wunschzettel kaufen, die dann an Bäume und Sträucher gehangen werden, damit gute Prophezeiungen erhört und schlechte überhört werden.
Ein anderer Schrein befindet sich der Insel Myajima, zu dem wir später mit dem Zug und der Fähre fuhren.

Dort habe ich vor einem Tempel auch das Hochzeitspaar im traditionellen Gewand bestaunen und fotografieren können.
Außerdem besichtigte ich  zwei Schlösser, eins in Shimane und eins in Hiroshima.

Und natürlich den weltberühmte Atombomben-Dom mit Museum.
Katrin machte mich mit ein paar gleichaltrigen Mädchen bekannt, die mich durch Hiroshimas Innenstadt begleiteten, mit denen ich einkaufen war und kleine Abziehbildchen (Purikura) in Foto-Automaten machte. Wir verständigten uns in einem Englisch-Japanischen Mischmasch, den wir selber als sehr lustig empfanden.

An einem Tag durfte ich mir eine japanische Schule ansehen und am Unterricht teilnehmen. Zuerst stellte ich mich den Lehrern vor und wurde danach zu meiner Klasse geführt. Dort machte ich die Bekanntschaft mit einem Mädchen, dass ein Jahr in Deutschland war und mit dem ich mich gut unterhalten konnte. Im Englischunterricht sollte ich Fragen von Mitschülern beantworten und im Sportunterricht sah ich den Mädchen in Schuluniform beim Rundendrehen zu. Mit einem europäisch aussehenden Jungen habe ich mich ziemlich lange englisch unterhalten, bis wir feststellten, dass er aus der Schweiz kam und wir auch deutsch miteinander reden könnten. In Altjapanisch verstand ich dann jedoch gar nichts mehr und ich erkannte kein einziges Kanji im Lehrbuch. Danach wurden dort einzelne Projekte an der Schule vorgestellt. Nach dem Unterricht und dem gemeinsamen Putzen des Schulgebäudes durch alle Schüler und Lehrer schaute ich mir den Karateclub an, der eine der vielen Wahlmöglichkeiten war. Abends um 5 Uhr kam ich völlig fertig wieder bei Familie Kusunoki an.

An einem anderen Tag schaute ich mir in einer anderen Schule den Koto-Klub an, in dem gerade für einen Auftritt das Lied "Sakura" (Kirschbaumblüte) geübt wurde.

Das war besonders spannend, weil ich das Stück zu dieser Zeit auf dem Klavier einstudierte. Koto ist ein traditionelles japanisches Instrument, ähnlich unserer
Zitter.

Alles in allem haben mir die 16 Tage sehr gut gefallen und ich wusste danach auch sicher, dass ich mit der völlig andersartigen Kultur des Landes klarkommen würde und gerne für ein ganzes Jahr nach Japan gehen möchte.

Also hieß es nun Informationen über Austauschorganisationen sammeln, vergleichen und

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