Feiertage in Japan

Januar
1. Neujahrstag (ganjitsu) gesetzlich

In buddhistischen Klöstern läuten am 31.12. um Mitternacht die Silvesterglocken joya-no-kane 108 mal, um das alte Jahr auszuläuten (für die 108 Leidenschaften, die die Menschen auf dem Weg zur Erleuchtung überwinden müssen).

Bei diesem ersten buddhistischen Tempel- oder Shinto-Schrein-Besuch des Jahres, dem hatsumôde, beten Jung und Alt für ein gesundes erfolgreiches Jahr. Dabei wird zweimal in die Hände geklatscht, diese dann vor das Gesicht gehalten, und in Stille zu seinem Gott gebeten.

Am Morgen des ersten Tages stößt man mit der Familie mit Kräuterreiswein otosoan und wünscht sich und den anderen Gesundheit im Neuen Jahr. Es wird o-zôniserviert, eine Allerlei-Suppe mit klebrigen Reisklößchen. Das Festessen mit der gesamten Familie wurde am Tag zuvor vorbereitet: o-sechi ryôri besteht aus traditionellen Speisen, wie gekochtem Fisch, Bohnen, sauer eingelegtem Gemüse und Fisch su-no-mono, und wird schön arrangiert in einer schwarzen Lackbox serviert.

Am 1.1. werden auch die nengajô, die Neujahrsgrußkarten ausgetragen. Alle mit dem Vermerk nengajôaufgegebenen Karten wurden den Dezember über an den Postämtern zurückgehalten und gesammelt, um die Glückwünsche für das Neue Jahr nicht verfrüht zu überbringen. Japaner verschicken davon annähernd vier Milliarden Karten.

Trotz der landesweit verbreiteten guten Laune wird die Neujahrseuphorie alljährlich ein wenig getrübt: An zu hastig verschlungenen Mochi-Klößchen versterben am Neujahrstag in Japan etliche Menschen. Die traditionelle Neujahrssuppe sollte man deshalb mit geradezu meditativer Bedachtsamkeit löffeln. Damit vermeidet man zugleich eine der 108 Sünden und Versuchungen - nämlich die Gier. In diesem Sinne: Akemashite omedetto- frohes neues Jahr!

1.-3. Neujahr (o-shôgatsu) landesweit

Nahezu alle Läden und Büros haben mehrere Tage geschlossen. Viele Japaner besuchen in diesem Zeitraum bekannte Schreine, um für ein gutes Jahr zu bitten.

Oft werden nun noch einmal die traditionellen Spielzeuge von den Kindern hervorgeholt: z.B. Kreisel komaund das japanische Federball hanetsuki mit bunt bemalten Holzschlägern, oder sie lassen Drachen steigen. Außerdem können sie sich über o-toshidama freuen, ein Geldgeschenk von Eltern oder Verwandten.

Am 2. Januar zeigt sich die Kaiserfamilie im Kaiserpalst dem Volk. Der Palastgarten ist zwischen 9 und 15 Uhr geöffnet.

2. Montag im Januar

10.01.05

Tag der Volljährigkeit (seijin no hi) gesetzlich

Dieser "Tag der Erwachsenen" Seijin no Hi ist ein Feiertag, der bis 1999 am 15. Januar statt fand, aber seit 2000 wird er am 2. Montag im Januar begangen - was zugleich ein langes Wochenende beschert.

Jungen und Mädchen, die im vorangegangenen Jahr 20 Jahre alt geworden sind, feiern an diesem Tag ihre Volljährigkeit. Sie erhalten das aktive Wahlrecht, dürfen jetzt offiziell rauchen und Alkohol trinken. Den Führerschein dagegen kann man schon mit 18 Jahren machen. 

In den Städten und Gemeinden werden für alle 20-Jährigen feierliche Zeremonien veranstaltet, in denen ihnen zu ihren neuen Rechten und Pflichten gratuliert wird. In kleineren Gemeinden wird der Tag praktischerweise bereits am o-shougatsu abgehalten, weil an diesem Tag die Jugendlichen zu Hause sind und frei haben.

Die jungen Frauen tragen fast alle einen traditionellen Kimono in hellen, bunten Farben mit langen Ärmeln, den furisode, einem Merkmal für unverheiratete Frauen. Oft wird der teure Kimono aus einem Fachgeschäft ausgeliehen. Das Ankleiden und Haarestecken kann auch gleich dort erledigt werden. Es ist eine Kunst für sich, einen Kimono und die entsprechenden Unterkleider, einen passenden breiten Gürtel, den obi, und so weiter richtig zu kombinieren, anzuziehen und zu binden. Also bekommt man professionelle Hilfe oder kann sogar extra Kurse besuchen. 
Die meisten jungen Männer dagegen tragen einen dunklen Anzug und keinen traditionellen
hakama (ein weiter Männerhosenrock) mehr. 

 

Februar
3. - 4. Bohnenfest (setsubun) landesweit

Der Beginn des Frühlings wird gefeiert, indem Bohnen im und außerhalb des Hauses herumgeworfen werden. Man verstreut seinem Alter entsprechend viele geröstete Sojabohnen, die Krankheit und Unglück vertreiben sollen. Kinder tragen dabei manchmal Dämonenmasken, um böse Geister zu erschrecken. Um dem Wunsch Nachdruck zu verleihen, singt man "Fuku wa uchi, oni wa soto" (Glück herein, Teufel hinaus).

11. Tag der Staatsgründung (Kenkoku Kinenbi) gesetzlich

Der erste Kaiser Jimmu Tenno soll angeblich am 11. Februar des Jahres 660 v. Chr. den japanischen Thron bestiegen haben. 1947 - Staatsgruendung nach dem Krieg

14.

Valentinstag landesweit

An diesem Tag schenken unverheiratete Frauen den Männern oder Kollegen, die ihnen besonders am Herzen liegen, Schokolade giri choko. Wenn man Glück hat, bekommt man auch von seiner Brieffreundin ein Päckchen mit "Sweets" zugeschickt. Aber am White Day müssen sich die Beschenkten revanchieren!!!

 

März
3. Puppenfest (hina matsuri) gesetzlich

Das Puppenfest, auch Mädchenfest genannt, wird schon seit der Edo-Zeit gefeiert. Heutzutage ist der 3. März eigentlich die Party für kleine Mädchen schlechthin. Es werden gleichaltrige Freunde eingeladen und dazu Shirosake (das ist milder, süßer Sake), Hishimochi (Reiskracker) und Osekihan(gekochter Reis mit roten Bohnen) serviert. Dabei wird freudig und laut das Lied Hina Matsurimit folgendem Text gesungen: Ahari wo tsukemasho bonbori ni, Ohana wo agemasho Momo-no hana             Laß uns Licht zu Bonbori bringen und Puppen zusammen mit Pfirsichblüten dekorieren.

An diesem Tag werden auf einem mit rotem Flies ausgelegten Stufenpodest prächtig gekleidete Puppen aufgebaut, die den kaiserlichen Hofstaat der Heian-Perode (794-1192) darstellen. Auf der obersten Stufe befinden sich der Tenno und seine Gattin Dairi-Sama. Hinter den beiden befindet mitunter sich ein vergoldeter Miniatur-Paravent, ganz so wie bei einem richtigen kaiserlichen Thron. In der "Luxusvariante" befinden darunter Minister und andere Höflinge, sowie die Hofdamen Kanjo und Musiker. Außerdem gehören dazu auch noch verschiedene miniaturisierte Lackarbeiten, wie Geschirr, Instrumente und kleine Möbel, sowie rechts und links je eine Laterne oder Kirsch- und Orangenbäumchen. Die Größe der Puppen kann variieren und auch ihre Anzahl. Bedingt durch die heutzutage engen Raumverhältnisse (man benötigt einen Platz von 140x100x140 cm) findet man auch oft nur das kaiserliche Paar aufgestellt. Früher wurden diese Puppen in manchen Gegenden Japans nur aus Papier hergestellt. Während der Herstellung hoffte man, all sein Unglück und Krankheit auf die Puppen übertragen zu könne. Nach der Fertigstellung wurden sie an einem nahegelegenen Fluß getragen und vorsichtig ins Wasser gesetzt.Dabei wünschte man innig, sie mögen all das Übel von einem forttragen.

Der Ursprung dieses Festes liegt in einem chinesischen Reinigungsritual, bei man dem bekannte und unbekannte Teufel in Puppen überführt, die dann in einen Fluß geworfen werden. Heutzutage sind diese Puppen aber so wertvoll und teuer, so daß man sie nicht mehr wegwirft, sondern an jedem 3. März eines Jahres zeigt.
Jedes Mädchen bekommt zur Geburt oder zum ersten Geburtstag von den Eltern oder Großeltern diese Puppen geschenkt, die dann Teil der Brautaussteuer sind. Nach dem 3. März werden die Puppen wieder weggeräumt, bleiben sie länger stehen, dann bedeutet dies Unglück, wie zum Beispiel eine sehr verspätete Heirat des Mädchens.

14. Weißer Tag (White Day) landesweit

Das Gegenteil vom Valentinstag: die Männer schenken den Freundinnen / Frauen Süßig- und andere Kleinigkeiten.

20.

Frühlingsanfang (shunbun no hi)

gesetzlich

 

21. Tag-und-Nacht-Gleiche

(o-higan)

landesweit

Higan, die Woche für den Respekt vor dem Tod, findet zweimal im Jahr statt, zum Frühlings- und zum Herbstanfang.
Nach buddhistischem Glauben gibt es eine Grenze zwischen der irdischen Welt und der der Toten. Nur durch deren Überschreitung kann eine Seele erleuchtet werden. Zur Zeit der Tagundnachtgleiche im Frühjahr und im Herbst geht die Sonne genau im Westen unter, wo sich nach dem Buddhismus das göttliche Land befindet. Man besucht die Grabstätten der Verstorbenen und bringt dem Familienaltar Gaben dar.

 

März bis April/Mai Kirschblütenschauen (hanami) landesweit

Dieser Brauch gehört in Japan nicht zu den gesetzlichen Feiertagen, denn er wird je nach Region und Wetterlage von März bis Mai begangen. Fernsehanstalten melden, Wo die Kirschen gerade auf ihrem Weg von Süden nach Norden blühen. Allerorten ziehen Familie, Freunde oder Kollegen in die Parks und lassen es sich auf Decken und bewaffnet mit Picknickkörben unter dem weißen bis rosa Blütenhimmel nieder, sobald die Kirschbäume zu blühen beginnen. Dabei handelt es sich um einen Zierbaum, der später keine Früchte trägt. Oft werden auch blaue Plastikplanen benutzt, um die ?Claims? abzustecken. Und es spricht nichts dagegen, hanami mehrfach zu feiern?

In früherer Zeit wurde der Brauch verbunden mit der Bitte um ein fruchtbares Jahr und eine gute Ernte. Später diente er zunächst der Erbauung des Hofadels, seit dem 17. Jahrhundert genießen ihn alle Volksschichten.  

 

April
29. Tag des Grüns (midori no hi) gesetzlich

Der 29. April ist der Geburtstag des ehemaligen Kaisers Hirohito und war somit während seiner Regentschaftzeit (Shôwa-Ära genannt) von 1926 bis 1989 ein nationaler Feiertag. Nach seinem Tod wurde dieser Tag als nationalen Feiertag beibehalten und als ein Tag für die Natur und Umwelt ausgerufen, da der Kaiser sehr naturverbunden gewesen war. Es finden an diesem Tag oft zeremonielle Pflanzungen statt, Familien unternehmen Ausflüge in die Natur bzw. in Parks. Außerdem finden draußen sportliche Veranstaltungen statt, Bürgergruppen informieren zu Themen des Umweltschutzes usw.

ab 29. Goldene Woche landesweit

Die Woche, die auf den 29. April folgt, wird als "Goldene Woche" bezeichnet. Viele haben die Möglichkeit, vom 29. April bis zum 5. Mai zusammenhängend frei zu nehmen, je nachdem, auf welchen Wochentag die Feiertage fallen. Viele Firmen geben zusätzliche Tage frei, um die Golden Week wirklich zu durchgehenden Ferien zu erweitern. Man darf sich also nicht wundern, daß alle touristischen Attraktionen überfüllt, Hotels, Züge und Flüge gänzlich ausgebucht sind und die Preise plötzlich Hochsaison haben.

 

Mai
3. Tag der Verfassung (kenpo kinenbi) gesetzlich

Die Japanische Nachkriegsverfassung ist an diesem Tag 1947 in Kraft getreten und wurde unter Einfluß der US-Besatzungsmacht erarbeitet. Grundsätze der Verfassung sind Volkssouveränität, allgemeines freies Wahlrecht für Männer und Frauen, Zwei-Kammer-System (Oberhaus und Unterhaus), Gewaltenteilung, Trennung von Religion und Politik (keine politische Macht für den Tenno). In den 47 Präfekturen besitzen Gouverneure begrenzte regionale Selbstverwaltungsmacht.

4. Brückentag (Kokumin no kyûjitsu) gesetzlich

Teil der Golden Week: kürzlich eingeführter Feiertag, um die Goldenen Woche zusammenhängend zu machen. Seit 1986 gilt ein Wochentag zwischen zwei Feiertagen auch als arbeitsfreier Feiertag.

5. Tag der Kinder  (kodomo no hi) gesetzlich

Dieser Nationalfeiertag (seit 1948) wird auch Knabenfest genannt nach dem alten buddhistischen Namen: Tango no sekku. Familien mit Söhnen wünschen ihren Jungen an diesem Tag eine gute Zukunft. Karpfendrachen aus Papier (koi-nobori) werden an langen Stangen draußen in den Wind gehängt und Kriegerfiguren in traditioneller Rüstung innerhalb des Hauses aufgestellt. Der schwarze Karpfen symbolisiert den Vater (den Hausherrn), der rote Karpfen die Mutter, und für jeden Jungen in der Familie wird ein kleinerer blauer Karpfen angebunden. Auch für Mädchen wird mittlerweile ein koi-noboriaufgehangen. Karpfen ebenso wie Samurai symbolisieren in Japan Kraft und Erfolg im Leben. Am tapferen Karpfen, einem Symbol für Ausdauer und Stärke, da er durch die reißenden Flüsse stromaufwärts wandert, sollen sich die Jungen (die Kinder) ein Beispiel nehmen. Traditionellerweise werden spezielle Süssigkeiten gegessen: Reisknödel mit süßer Bohnenpaste in Bambusblätter gewickelt kashiwa-mochi

 

Juli
7. Sternenfest (hanabata matsuri) landesweit

In dieser Nacht treffen sich die Sternenprinzessin Vega und der Hirtenstern auf der Milchstraße. Einer ursprünglich chinesischen Sage zufolge durften zwei Verliebte, nämlich eine Weberin (Vega) und ein Schafhirte (Altair), nicht zusammenkommen, aber nur einmal im Jahr, in dieser Nacht, konnten sie sich sehen. Kinder schreiben Gedichte auf Papierdrachen und man hängt Transparente mit Liebesgedichten an Bambuszweigen auf.

Da dieser Tag urspünglich nach dem Mond bestimmt worden ist, gibt es immer noch Gegenden in Japan, die diesen Tag u.a. mit Straßenfesten zu Beginn des 7. Mondmonat, also Anfang August begehen.

3. Montag im Juli

18.07.05

Tag des Meeres (Umi no hi) gesetzlich

Ein neu eingeführter Feiertag (1996): damals fest der 20.Juli, seit 2003 immer der 3. Montag im Juli.

 

August
13. - 16. Totenfest (o - bon) landesweit

Das bedeutendste Fest zur Ehrung der Ahnen geht auf die buddhistische Tradition zurück, daß während dieser Zeit die Ahnen auf die Erde zurückkommen. Die Geister werden zu Hause willkommen geheißen, kleine Happen der Lieblingsspeisen der Verstorbenen werden vorbereitet, fröhliche Tänze bonodori werden abgehalten. Am letzten Abend des Festes werden Papierboote mit Laternen auf Bächen und Flüssen ausgesetzt, um den Seelen den Weg zurück in die Unterwelt zu weisen. Oft gibt es Feuerwerke. Hat man im vergangenen Jahr einen Verwandten oder guten Freund verloren, dann begeht man hastsubon. Die Seele des Verstorbenen wird zu o-bon noch einmal eingeladen, mit der Familie zusammen zu sein, um danach in das Totenreich zurückgeschickt zu werden. Da zu den Feierlichkeiten die meisten Japaner zu ihren Familien in die Heimatorte reisen, sind alle Transportmittel hoffnungslos überlastet. Viele Firmen machen zu dieser Zeit Betriebsurlaub.

 

September

3. Montag im September 19.09.05

Tag der Ehrerbietung vor dem Alter (keiro no hi) gesetzlich

Respekt gegenüber den älteren Menschen und die Langlebigkeit werden gefeiert. Bis 2003 fand der Feiertag immer am 15. September statt.

23. Herbstanfang (shunbun no hi ) gesetzlich

Zur Zeit der Tagundnachtgleiche im Frühjahr und im Herbst geht die Sonne genau im Westen unter, wo sich nach dem Buddhismus das göttliche Land befindet. Man besucht daher an diesem Tag Gräber und betet für die Toten

 

Oktober
2. Montag im Oktober
10.10.05
Tag des Sports (taiiku no hi ) gesetzlich

An diesem Tag in 1964 wurden die olympischen Sommerspiele von Tokyo eröffnet. Seit 1966 gesetzlicher Feiertag, der bis vor kurzem immer am 10.10. begangen wurde

 

November
3.

Kulturtag (bunka no hi)

gesetzlich

Am 03.11.1946 wurde die jetzige Verfassung verkündet, zwei Jahre später wurde der Tag zum Nationalen Feiertag, um die Ideale der Verfassung, die Liebe zu Frieden und Freiheit, durch kulturelle Aktivitäten zu fördern. Es gibt jedoch noch einen weiteren Nationalen Feiertag anlässlich der Verfassung und zwar am 3. Mai, den "Tag der Verfassung" Kempô Kinembi, weil sie am 03.05.1947 in Kraft trat. 
Im Kaiserpalast in Tôkyô übergibt der Tennô den Kulturorden an Menschen, die sich in den Bereichen Kultur, Kunst oder Wissenschaft verdient gemacht haben. In den Städte und Gemeinden werden Feste und verschiedene Aktivitäten veranstaltet, Bürgergruppen und Vereine stellen sich vor. 

15.

Sieben - Fünf - Drei - Fest (shichi go san)

landesweit

Es werden 3-jährige Jungen und Mädchen, 5-jährige Jungen, 7-jährige Mädchen mit dem "Shichi-go-san", dem "7-5-3-Fest" gefeiert. An einem Sonntag um dieses Datum herum besuchen Eltern mit ihren Kindern im entsprechenden Alter einen Schrein, um für deren gesundes Aufwachsen zu beten. Die Mädchen tragen einen bunten Kimono, die Jungs traditionelle haori-Jacken und weite hakama-Hosen.

Die Bedeutung dieser Altersstufen stammt noch aus dem Mittelalter. Damals ließ man in aristokratischen bzw. in Samurai-Familien den Kindern ab 3 Jahren die Haare wachsen, die bis dahin rasiert worden waren. Jungen trugen mit 5 zum ersten mal hakama-Hosen in der Öffentlichkeit, und Mädchen mit 7 bekamen einen
obi-Gürtel statt Kordeln für ihren Kimono. In der Edo-Zeit (1603-1868) fingen auch bürgerliche Leute an, ihre Kinder in diesem Alter herauszuputzen und Schreine zu besuchen, um Priester Gebete für ihren Nachwuchs lesen zu lassen. 

Der heutige Brauch stammt von Ende des 19. Jahrhunderts, wobei der 15. November als besonders glücksbringender Tag ausgewählt worden war. Nach dem Schrein-Besuch wurden den Kindern
chitose-ame "1000-Jahre-Zuckerstangen" für ein langes Leben gekauft. Auf der Tüte waren Kraniche und Schildkröten abgebildet, die ebenfalls für ein langes Leben stehen.

23.

Tag der Dankbarkeit für die Arbeit

(kinro kansha no hi)

gesetzlich

Auch den "Tag des Dankes für die Arbeit" am 23.11. gibt es als Nationalen Feiertag seit 1948, um Dankbarkeit für die Arbeit der Anderen und die Früchte der Arbeit zu zeigen. Es ist ein modernes Fest für das alte ErntedankfestNiinamesai (Kosten des neuen Reises), ein shintoistisches Ritual, bei dem der Kaiser den frisch geernteten Reis den Göttern opfert (im ersten Jahr nach Thronbesteigung als "Daijôsai" = "Großes Kosten" gefeiert). Der erste Hinweis auf diese Zeremonie findet sich im NihonShoki der Japanchronik von 720. Danach soll sie im November 678 abgehalten worden sein. Aber der Ursprung wird noch viel früher vermutet. Auf den 23.11. wurde das Ritual während der Meiji-Periode (1868-1912) gelegt und alsbald landesweit gefeiert. 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Nationalfeiertag neu geschaffen, um die erweiterten Rechte für die Arbeiter zu feiern,
Niinamesaiwird dagegen nur noch als private Funktion der kaiserlichen Familie zelebriert. An diesem Tag werden diverse Feste ausgerichtet insbesondere von Arbeiterorganisationen zu den Themen Frieden, Menschenrechte und Umwelt. 

 

Dezember
23. Geburtstag des Kaisers (tenno tanjôbi) gesetzlich

Der amtierende Tennô ("Himmlischer Herrscher", Nachfahre eines Enkels der Sonnengöttin Amaterasu) Akihito wurde am 23. Dezember 1933 als ältester Sohn des vorhergehenden Tennô Hirohito (1926 - 1989) geboren. 1952 begann er ein Studium der Politik- und Wirtschafts- wissenschaften an der Tôkyôter Elite-Universität Gakushûin. Im gleichen Jahr wurde die Volljährigkeitszeremonie abgehalten und der Tennô zum Kronprinz ernannt. Sieben Jahre später, am 10. April 1959, heiratete er trotz Widerstandes der konservativen Hofkreise, die Tochter eines prominenten Industrieellen, Michiko Shoda. Nach dem Tod seines Vaters am 7. Januar 1989 bestieg Akihito als 125. Tennô am 12. November 1990 den Thron. Er benannte seine Ära "Heisei"-Zeit ("den Frieden schaffen").

Der Geburtstag des momentanen Kaisers ist immer ein nationaler Feiertag. Mit dem Kaiser wechselt auch der Feiertag.

24. /25. Weihnachten kein Feiertag

Weihnachten ist kein nationaler Feiertag. Einkaufszentren sind allerdings so geschmückt wie im Westen. Dennoch wird man auch in Japan zur "Adventszeit" aktiv : Es gilt, Freunden, Verwandten, Nachbarn und allen, denen man etwas zu verdanken hat, eine "Jahresendgeschenk" o-seibozukommen zu lassen. In Firmen und Vereinen feiert man eine "Jahresvergessfeier", die bônenkai.

Der 24.12. ist in Japan ein ganz normaler Arbeitstag. Nur junge Familien feiern am Abend oder am nächsten Tag für ihre Kinder ein kleines Fest mit Geschenken und Kuchen. Junge Pärchen gehen an Heilig Abend schick essen, beliebte Restaurants sind schon Wochen vorher ausgebucht.

30. Dezember kein Feiertag

Die Vorbereitungen zum Jahresende sind in vollem Gange: Alle kehren zu ihren Familien zurück, Tokyo wirkt zum Teil wie ausgestorben. In allen Häusern ist Großreinemachen (susuharai=Rußfegen) angesagt, bevor dann die Hauseingänge mit Kiefernzweigen, Strohgebinden und Reiskuchen geschmückt werden.

31. Silvester kein Feiertag

Der 31.12. nennt sich ômisoka und wird eher besinnlich angegangen ähnlich dem Heiligen Abend und nicht wie Silvester in Deutschland. Kurz vor Mitternacht werden toshi-koshi soba "Jahreswechsel-Nudeln" (lange Buchweizennudeln) für ein langes Leben gegessen. Die Nudeln gelten als glücksbringendes Gericht (beim Umzug in eine neue Wohnung isst man auch Nudeln hikkoshi-soba).

 

Anmerkungen:

a) ich bin noch nicht ganz fertig und b)

ICH DANKE ANETT (Higanbana)

GANZ HERZLICH FÜR DAS KORREKTURLESEN UND DIE HINWEISE

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